Sturmschutzwald

Ist mein Wald Sturmschutzwald oder nicht?

Von Wald zu Wald muss dies neu festgestellt werden, um bei einem Eingriff Nachteile für den Waldbesitzer oder dessen Nachbarn zu verhindern. Laut Bayerischem Waldgesetz ist „Schutzwald … Wald, der benachbarte Grundstücke vor Sturmschäden schützt“ (Art. 10, Abs. 2). Die Kenntnis der Sturmschutzwaldeigenschaft ist dann wichtig, wenn der hiebsreife Bestand im Kahlhiebsverfahren genutzt werden soll. Ist ein Kahlhieb geplant, müssen drei Kriterien beachtet werden:

  • Bedarf der benachbarte Wald eines Sturmschutzes durch einen vorgelagerten Waldbestand?

Hier spielt insbesondere die Stabilität des benachbarten Waldes eine wesentliche Rolle.

  • Ist der Sturmschutzwald dem benachbarten Wald in der Richtung vorgelagert, aus der häufig Sturmwinde auftreten?

In Nordbayern sind dies der Westen bis Nordwesten und der Südwesten.

  • Erfüllt der eigene Wald die Schutzwaldeigenschaft? Nur stabile und vitale Bestände sind in der Lage, den Sturmwinden Widerstand entgegenzusetzen; nur dann kann benachbarter Wald geschützt werden. Auch Jungbestände können Schutzwaldeigenschaften haben, wenn sie durch stufig ansteigende Höhe nachgelagerte ältere Bestände schützen, indem sie die Sturmwinde über diese hinweglenken.

Mögliche Folgen eines Kahlhiebes im Schutzwald

Laut Bayerischem Waldgesetz ist der Kahlhieb im Schutzwald nicht grundsätzlich verboten. Ein Kahlhieb ist von der Unteren Forstbehörde aber zu versagen, wenn dadurch ein unverhältnismäßiger Nachteil für benachbarte Waldbestände zu befürchten ist (Art. 14, Abs. 4, Satz 2).

Ein unerlaubter Kahlhieb im Schutzwald, egal ob vorsätzlich oder fahrlässig, kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 € belegt werden (Art. 46, Abs. 1, Nr. 3 Bayerisches Waldgesetz). Zusätzlich muss nach bürgerlichem Recht der Verursacher für die entstandenen Schäden im Nachbarwald haften.
ABER: Die Schutzwaldeigenschaft besteht nicht auf Dauer! Auch der benachbarte Waldbesitzer ist verpflichtet, seinen Wald zu stabilisieren. Bei unterlassener Pflege, nicht standortgerechter Baumartenwahl etc. besteht kein Schadenersatzanspruch.

Das Forstrevier Neuhaus rät deshalb allen Waldbesitzern/innen:

  •  Pflegen und Durchforsten Sie ihren Wald rechtzeitig und regelmäßig. So machen Sie ihren Wald stabil und unabhängig von vorgelagertem Schutzwald.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Grenznachbarn über die Sturmschutzwaldsituation. In vielen Fällen werden Sie sich im guten Einvernehmen über eine stabilitätsorientierte Nutzung einigen können.
  • Führen Sie nie Kahlhiebe durch, ohne die Sturmschutzfunktion Ihres zu nutzenden Waldbestandes zu prüfen!

Schätzen Sie die Situation gewissenhaft ein und fragen Sie im Zweifel den für Sie zuständigen Förster/in um

Rat und vereinbaren Sie einen gebührenfreien Ortstermin.

 

 

 

Brennpunktgebiet Sauerbachtal

Im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 (KLIP) stellt der Bereich Forsten des AELF Weiden ab 02. Januar 2013 eine forstlich ausgebildete Klimafachkraft für vorerst ein Jahr ein. Die Wälder entlang des Sauerbachtales wurden als eines von drei Brennpunktgebieten im Landkreis Neustadt a. d. WN ausgewählt.

Die Klimafachkraft soll die Waldbesitzer/innen beraten und sie für die Notwendigkeit standortgemäße, leistungsfähige und stabile Wälder zu schaffen sensibilisieren. Es soll ferner eine optimale Erschließung des großen Waldgebietes mit einem Forstwirtschafts- oder Rückeweg geschaffen werden.

Weitere Schwerpunkte sind die Planung und Organisation von Sammeldurchforstungen in enger Zusammenarbeit mit der FBG Neustadt-Nord, sowie Sammel- und Einzelberatungen und Informationsveranstaltungen.

Links:

http://www.lwf.bayern.de/wald-und-gesellschaft/klimawandel-und-forstwirtschaft/index.php
http://www.forst.bayern.de/forstpolitik/wald-im-klimawandel/